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Hauptsache Klamauk!
(oder: Unterste Schublade auf höchstem Niveau).

Regie: Thomas Nicolai

Es kalauert gewaltig, wenn der Wolli die Bühne betritt. „Hauptsache Klamauk“ ist nicht nur Titel, sondern auch Programm. Die Kritik sagt: "Anspruchslose Abendunterhaltung". Der Wolli sagt: "Zurücklehnen und berieseln lassen. Bloß nicht zu viel nachdenken. Am besten geben Sie an der Garderobe nicht nur Ihren Mantel, sondern auch Ihr Niveau ab. In den kommenden 90 Minuten werden Sie es nicht brauchen".  

Haben Sie also keine Angst vor einer verkopft gesellschaftskritischen Nabelschau. Und versuchen Sie erst gar nicht, zwischen den Zeilen zu lesen. Denn dort werden Sie nichts finden.

In einer Zeit der sich ständig wiederholenden und lauen Comedy wird das Publikum mit dem Wolli eine gelungene Alternative zur landläufigen Mainstream-Comedy finden. Weil alles es so herrlich von den altbekannten Wegen abweicht. Der Mann, der mit seiner verschmitzten Art so wirkt, als sei er in seiner Kindheit eine Ausgabe von Michel aus Lönneberga gewesen, bringt genau das auf die Bühne, was wir auf so schmerzliche Art schon lange vermissen: Einen gehörigen Schub Kreativität der anderen Art. Von der sympathischen Selbstironie mal ganz zu schweigen.

Mit diebischer Freude werden allerlei menschliche und allzu menschliche Befindlichkeiten aufs Korn genommen und genüsslich seziert. Niemand wird verschont. Denn schließlich hat jede Randgruppe ein Recht darauf, dass über sie hergezogen wird. Man kann nicht nur, sondern man sollte auch alles humoristisch aufarbeiten, ganz besonders sich selbst. Es ist einfach nicht genug, wenn man seine eigenen Fettnäpfchen nur jovial erwähnt. Man muss sie auch coram Forum auskippen. Das ist Latein für: Vor allen Leuten (Man darf nicht vergessen, dass sich auch mal ein Gymnasial-Lehrer in die Vorstellung verirrt haben könnte).

Das wirkt authentisch. Und ist dabei so wunderschön schräg. Da wird ganz gewöhnlichen Gegenständen ein völlig neuer Sinn verliehen. Wenn er in die Kiste greift und eines seiner Wollischen Musikinstrumente hervorzaubert, wechselt ungläubiges Staunen in schallendes Gelächter. Eigentlich kennt man ja die Dinge, die der Wolli da in den Händen hält, aber was er damit anzustellen vermag, hat man noch nie gesehen. Eingebettet in den ganz normalen Wahnsinn des Alltags und verziert mit der Leidenschaft für Witze, lässt Der Wolli vor dem Publikum seinen unvergleichlich komischen Mikrokosmos entstehen. Musikalisch und augenzwinkernd komödiantisch.

Sie werden es lieben. Sie werden es nachmachen wollen. Sie werden es Ihren Freunden und Kollegen erzählen und vorführen wollen. Damit es funktioniert, schauen Sie sich das Programm lieber zweimal an. Oder besser: Sie bringen Ihre Freunde gleich mit in die Vorstellung.